Bei dieser Form des Sportkletterns werden Fels- oder Kletterwände ohne die Sicherung durch Seil und Gurt erklommen: Die ultimative Herausforderung, um die Grenzen der eigenen Kraft, Konzentration und Geschicklichkeit zu testen und zu erweitern.
Geschichte des Boulderns
Der Sport, dessen Name sich vom englischen Begriff für Felsbrocken (Boulder) ableitet, wurde in seiner frühen Form bereits vor über hundert Jahren ausgeübt. Damals versuchten sich waghalsige Kletterer in Frankreich an den berühmten Sandsteinformationen im Wald von Fontainebleau, heute das älteste und eines der beliebtesten Bouldergebiete weltweit. Ebenfalls in Fontainebleau wurde 1947 erstmals ein regelrechter Boulderparcours etabliert. Ein Ferienhaus in der Bretagne? Ein Abstecher nach Fontainebleau ist schnell gemacht.
Entscheidend zur Weiterentwicklung des Sports beigetragen hat John Gill in den 1950er und 1960er Jahren. Er überwand bestehende Grundsätze des freien Kletterns, wie zum Beispiel die Regel, dass zu jeder Zeit drei Gliedmaßen mit dem Felsen in Berührung zu sein haben. Gill war es auch, der als erster eine feste Bewertungsgrundlage für die verschiedenen Schwierigkeitsgrade beim Bouldern schuf, die sogenannte John Gill B-Scale. Den Rang einer beliebten Trendsportart erlangte Bouldern in den 1990er Jahren.
Bouldern heute
Heute wird die Sportart sowohl outdoor an bestehenden Felsformationen als auch indoor an errichteten Kletterwänden betrieben. An den Kletterwänden entsprechen die verschiedenen Griffe den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden der natürlichen Felsen. Die Grifffarbe ist dabei umso dunkler, je schwieriger der Boulder zu bewältigen ist. Die wichtigsten Utensilien für den Sport sind gute Kletterschuhe, Bouldermatte und Magnesiasack, auch als Chalkbag bekannt. Die Matte wird stets unter dem Boulder platziert, um eventuelle Stürze abzudämpfen. Eine zusätzliche Sicherheit gewährt das Spotten, bei dem ein zweiter Kletterer bereitsteht, um einen ungünstigen Fall seines Partners, etwa mit dem Kopf voran, vor dem Aufprall abzufangen. Das Magnesia dient dazu, verschwitze Hände während des Klettern zu trocknen.
Für wen ist Bouldern die richtige Sportart?
Jeder der Spaß daran hat, die eigene Kraft und Geschicklichkeit zu erproben, kann mit dem Bouldern beginnen. Ziel ist es dabei stets, bis an die Grenzen zu gehen und sie nach Möglichkeit ein wenig zu erweitern. Boulder werden so gewählt, dass der Kletterer sie gerade noch bewältigen kann. Gelingt dies im ersten Versuch, spricht man vom Flashen des Boulders.